Schwanenrettung am Liblarer See

Mit Geduld, Teamwork und Happy End 🦢🪺

Am Sonntag erhielten wir erneut einen Anruf bzgl. eines Schwans mit Angelhaken. Die Melder waren mit ihrem Haustier am Liblarer See spazieren und bemerkten Gott sei Dank, dass dem Schwan etwas aus dem Schnabel hängt.

Wir fuhren direkt mit zwei Teams los, um den Schwan zu sichern, doch leider gestaltete es sich nicht so leicht wie in Brühl, denn der Schwan bewachte das Nest seiner Partnerin, die dort gerade Eier brütete, und dieses lag in einem abgesperrten Bereich am See. 🪺

Wir machten uns also erstmal auf die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner für einen Schlüssel und erhielten hier direkt Unterstützung. 🗝️

In der Nähe des Nests, aber mit genug Abstand, um das Weibchen nicht aufzuschrecken, lockten zwei aus dem Team das Männchen mit Futter an. Es kam zu uns, doch leider war schnell klar, dass ihm die Nahrungsaufnahme schwerfiel und somit verschwand auch schnell das Interesse an dem Futter.

Sein Interesse an uns war jedoch groß, denn wir stellten eine Bedrohung für ihn und sein Weibchen dar, und somit kam er fauchend und mit leicht aufgestellten Flügeln immer näher.

Für unser Team war klar: Wenn ein Fangversuch nicht mit Sicherheit durchgeführt werden kann, dann wird der Versuch erst gar nicht gestartet, um den Schwan nicht für eine spätere Sicherung zu vergraulen.

Während das eine Team sich auf den Weg machte, um die Transportbox zu holen, lockte das andere Team den Schwan weiter aus dem Wasser heraus. Am Ufer angekommen, machte der Schwan sich jedoch plötzlich groß, fauchte und spannte die Flügel. Die Unsicherheit, dass die Sicherung nicht klappen könnte, wuchs und somit brach das Team den Versuch an Land ab.

Auf dem Foto mag der Schwan noch recht klein wirken, doch wenn so ein Tier plötzlich fast auf Augenhöhe vor einem steht und droht, dann kann das ganz schön beängstigend sein, besonders dann, wenn man bisher noch keinen aufgeregten Schwan gesichert hat. 🫣

Nachdem die Teams wieder beisammen waren und auch die Melder zum Helfen dazu kamen, versuchten wir erneut den Schwan zu uns zu locken – fest entschlossen, ins kalte Wasser zu springen – doch leider hatte er sein Interesse an uns verloren und kam nicht mehr nah genug heran.

Nach ein paar Versuchen packten wir unsere Sachen ein und fuhren nach Hause. Um dem Schwan zeitnah helfen zu können, informierten wir das Federheim – Notpfote Animal Rescue e.V. und diese baten den Tiernotruf.de um Unterstützung.

Unser Team, welches den Versuch an Land nicht gewagt hatte, ließ die Situation nicht los und holte sich daher noch am selben Abend Tipps zur Sicherung von Schwänen beim Tiernotruf.de.

Fest entschlossen, die eigene Angst zu überwinden, fuhr das Team also am nächsten Tag erneut zum See. 🙌🏻

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei den netten Inhabern des Campingplatzes bedanken, welche uns direkt den Zugang zum See ermöglichten und auch Unterstützung bei den Schwänen anboten. ☺️

Am See angekommen, befanden sich beide Schwäne am Nest, um es zu bewachen. Eine Kanadagans war in der Nähe und interessierte sich scheinbar für das Nest.

Das Team lockte die Gans und den Schwan mit Futter zum Steg, sprach sich noch mal kurz ab, wie sie am besten vorgehen und dann ging alles ganz schnell. Der Schwan interessierte sich deutlich besser für das neue Futter, schwamm am ersten Teammitglied vorbei, steckte den Kopf unter Wasser, um ans Futter zu kommen und im entscheidenden Moment sprangen beide nacheinander ins Wasser, um den Hals und die Flügel zu sichern. Geschafft! 🍀

Gemeinsam transportierten sie den Schwan zur Transportbox am Auto, sicherten die etwa 2 Meter lange Angelschnur, um weitere Verletzungen zu vermeiden und schauten sich den Schnabel und den Haken erstmal genauer an.

Da der Haken „nur“ in der Zunge hing und eine Entfernung eventuell bei einem Tierarzt in der Nähe möglich ist, wurde herumtelefoniert. Auf dem Rückweg nach Weilerswist konnten wir dann Gott sei Dank direkt nach Rheinbach durchstarten, denn dort sagte uns die Tierarztpraxis Hertz telefonisch Hilfe zu.

Vor Ort konnte der Haken direkt durchtrennt und die Wunde gereinigt werden, damit der Schwan wieder schnell zu seiner Herzensdame kann. ❤️🦢

Ungefähr 2 Stunden nach der Sicherung sind wir wieder am See angekommen. Dort verließ das Männchen direkt freiwillig die Box und schwamm in Richtung Nest zurück. Er drehte ein paar Runden übers Wasser, schlug mit den Flügeln umher und konnte sich endlich wieder putzen und frei bewegen.

Unser Team war glücklich – darüber, sich getraut zu haben, um eine Erfahrung reicher zu sein und den Schwan wieder so befreit auf dem See zu sehen. Wie sagt man so schön: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Umso wichtiger ist es, solche Erfahrungen selbst machen zu dürfen. 🥰

Ein ganz lieber Dank geht an alle Beteiligten. Danke für die tolle Zusammenarbeit und Unterstützung. Danke an die Melder, welche uns nicht nur telefonisch informiert, sondern aktiv mitgeholfen haben.

Echter Tierschutz entsteht nicht allein, sondern im Miteinander.